Das Spielzeugmuseum Nürnberg

Das 1971 gegründete weltbekannte städtische Museum zeigt auf 1.400 m² Fläche die “Welt im Kleinen” die Kulturgeschichte des Spielzeugs von der Antike bis in die Gegenwart. Das Museum gibt einen Einblick in die Lebenswelt vergangener Jahrhunderte. Verschiedenste Spielzeuge der Vergangenheit, wie etwa Puppen, Blech, – Holzspielzeuge, Modellbahnanlage und vieles mehr, können von Jung und Alt entdeckt werden. Die Welt wird im Spiel begriffen.

Haller’sches Haus

Das Gebäude in der Karlstraße 13 stammt aus dem Jahr 1517 und wurde mehrfach umgebaut. Durch Fliegerbomben des Zweiten Weltkrieges musste das Gebäude nach dem Krieg wieder aufgebaut werden.

Eine Besonderheit des Haller’sche Hauses ist die sogenannte Dockengalerie im Innenhof (Docken = hölzerne Stabgeländer).
Nürnberg ist die Spielzeugstadt

Seit mehr als 700 Jahren wird in Nürnberg Spielzeug produziert und gehandelt. Bis 1971 gab es jedoch kein Spielzeugmuseum in Nürnberg. Der Kulturreferent der Stadt, Dr. Hermann Glaser, holte die Spielzeugsammlerin Dr. Lydia Bayer mit ihren Schätzen von Würzburg nach Nürnberg und machte sie zur ersten Direktorin des Spielzeugmuseums Nürnberg.

Hermann Glaser schrieb damals zu Beginn des Museums: “Spiel und Kultur bilden eine Einheit; nach Huzinga hat sogar alle Kultur im Spiel ihren Ursprung. Seit eh und je haben Dichter, Künstler, Pädagogen und Philosophen die Bedeutung des Spiels für den Menschen ergründet und hervorgehoben, im homo ludens die wichtige Ergänzung zum homo faber, im spielenden Menschen das notwendige Pendant zum arbeitenden Menschen erkannt. – Sag mir, was und wie du spielt, und ich sage dir, wer du bist” – eine solche Feststellung ist berechtigt, wenn man sich die große Bedeutung des Spiels und des Spielzeugs vor Augen hält. Im Spiel, in der Freiheit der Freizeit, kann sich das Humane des Menschen in bezug zur Umwelt entwickeln.”

“Nach Schiller spielt der Mensch nur, “wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt”. Gerade die Menschwerdung des Kindes vollzieht sich im Spiel; es kommt darauf an, wie das Kind im Spiel zu sich selbst und zum Welt- und Lebensverständnis findet. Das gute Spielzeug vermag die seelischen und geistigen Kräfte des Kindes zu erschließen.”

Das Spielzeugmuseum Nürnberg zeigt kulturgeschichtlich wertvolles Spielzeug, darüber hinaus Bilder, Grafik, Dokumente, die das Thema illustrieren; es soll zu einer Wesensschau des kindlichen Spiels verhelfen und schließlich alt und jung Freude, Erlebnisse und Erinnerungen bereiten beim Anblick dieser “Welt im Kleinen”, die bezaubert, verzaubert und Spielgelbild unseres besseren Selbst und der Gesellschaft ist, der wir uns zurechtfinden wollen.

Das Spielzeugmuseum Nürnberg leitete Prof. Dr. Karin Falkenberg von 2014 bis zum 30.09.2025, ab dem 01.10.2025 ist sie die Direktorin des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim. Ab 01.03.2026 wird Dr. Manuel Seitenbecher die neue Leitung in der Karlstraße übernehmen und damit das Erbe von der ersten Museumsdirektorin Dr. Lydia Bayer (1929-2000) fortführen, die als passionierte Sammerlin ab 1971 für das Museum verantwortlich war und vom damaligen Kulturreferenten Dr. Hermann Glaser (1928-2018) der Stadt Nürnberg zu diesem Zweck von Würzburg nach Nürnberg geholt wurde. Nachfolger von Lydia Bayer war Dr. Helmut Schwarz (1952-2022), der maßgeblich für den Ankauf verantwortlich war, das Spielearchiv von Prof. Dr. Bernward Thole (1936-2023, Gründungsmitglied des Vereins und der Jury „Spiel des Jahres“) von Marburg nach Nürnberg umziehen zu lassen, was damals noch ein Bestandteil des Spielzeugmuseums war (bis 2018).